|








|

welcome to the pleasure dome
HERBERT HOFER UND HERBERT STAREK
ausstellungseröffnung: 6. november 2006,
19 h
ausstellungsdauer: 7. november - 17. dezember 2006
kuratorin: anette frankenberger
Welcome to the pleasure dome - mit großer Geste laden die
Wiener Künstler Herbert Hofer und Herbert Starek zu ihren Raumskulpturen,
Installationen und Tafelbildern in den KUNSTBUNKER TUMULKA ein.
Der Bunker als Dom, gar als "Vergnügungs-
tempel"?
Herbert Hofer stellt Räume in den Mittelpunkt seiner künstlerischen
Arbeit: Maßgebliche Strategien sind Diskontinuität und
Deformation. Räume, die sich verformen, die instabil sind,
die massiv und gewaltig scheinbar den Rahmen sprengen, die aber
auch feine Faltenwürfe produzieren. Es sind Räume, die
sich aus ihren Ecken und Grenzen definieren, die uns ihre Innenseite
vor Augen führen - die ganz banale mit den Steckdosen - und
eine Außenseite, die roh verputzt ist.
Daraus lässt sich eine unendliche Zahl von imaginären
Illusionsräumen konstruieren: Es gibt sie als "textnetz"
aus hellem Filz, das glatt ausgelegt eine Fläche von 40 qm
bildet, aber gedreht und verschoben einen neuen Raum erzeugt. In
dem Filz befinden sich Löcher, näher betrachtet sind es
Buchstaben. Es sind Headlines aus den Massenmedien, entstanden aus
den politischen Parolen der Bush-Ära, weitergeführt mit
Bruchstücken aus Werbeslogans, Zitaten, Statements.... Diese
mit Kraft herausgeschleuderten Schlagworte sind hier im Bunker in
sich zusammengefallen, in die Ecke gedrängt, ein unüberschaubarer
Wortewust.
Mit seinen teilweise sehr großformatigen Skulpturen unternimmt
Herbert Hofer den Versuch, die Instabilität des Raumes und
damit einer der grundlegendsten Bedingungen menschlicher Existenz
erfahrbar zu machen.
Herbert Starek stellt das Absolute, die zur griffigen und eingängigen
Formulierung verkürzte Wahrheit, in Frage. Seine zu Tafelbildern
verfremdeten Fotografien stellen die Absurdität menschlichen
Handelns dar.
Für seine Arbeiten baut er Modelle, die einen Ausschnitt aus
der Welt abbilden - wie die Häuserfront seines Wiener Nachbarhauses
in "Fenster, Tau und Anker", das er mit großen zweiteiligen
Fenstern in ein turmartiges Gebäude verwandelt. Sorgfältig
inszeniert und fotografiert in einem Raum ohne Dimension und Bedeutungszusammenhang,
vermeiden diese Tafelbilder jedwede Handschrift des Künstlers
und richten den Fokus doch auf seinen persönlichen Blickwinkel.
Mit Tau und Anker beschwört Herbert Starek die Metapher der
Seefahrt, die sich in seinen Arbeiten immer wieder als Symbol des
Abschieds, Verlassens und der Ferne wieder finden. "An der
Häuserfront der Schifflände öffnete sich ein Fenster,
und eine junge Frau sah nach dem Wetter" - der vorangestellte
Text zu der Arbeit "Fenster, Tau und Anker" lässt
die poetische Tiefe ahnen, die Herbert Starek seinen Werken verleiht.
|
|
|