
schutz gefunden
DOKUMENTATION ZUM HOCHBUNKER MIT SKULPTUREN VON HERMANN BIGELMAYR
eröffnung: montag, 16. april 2007, 19 h
kuratorenführungen: samstag, 21. april 2007, 15 h, samstag,
5. mai 2007, 15 h
samstag, 19. mai 2007, 15 h
finissage mit kuratorenführung: sonntag, 3. juni 2007, 15 h
kuratorinnen: anette frankenberger, petra frenzl
fotografie und videoinstallation: severin
vogl
Der KUNSTBUNKER TUMULKA nimmt seit 1993 mit Ausstellungen zur zeitgenössischen
experimentellen Kunst eine Sonderrolle in der städtischen Kulturszene
Münchens ein. Der trutzige Bau mit seinen hermetisch abgeschlossenen
fensterlosen Räumen fordert junge künstlerische Positionen
zur intensiven Auseinandersetzung heraus.
Die Ausstellung "SCHUTZ GEFUNDEN" thematisiert gerade
den KUNSTBUNKER TUMULKA selbst in seiner Einzigartigkeit als künstlerische
Plattform. Anhand von Plänen aus dem Nachlass des Architekten
Fritz Norkauer, historischem Bild- und Textmaterial wird die Entstehung
und ursprüngliche Nutzung des Hochbunkers dokumentiert. 1942
als Schutzbau für eine Wohnanlage an der Prinzregentenstraße
entstanden, vermittelt der gesamte Komplex einen Eindruck von den
städtebaulichen Planungen im Dritten Reich. Für den Umbau
Münchens zur "Hauptstadt der Bewegung" war auch eine
Wohnbebauung zwischen Ostbahnhof und heutigen Fasangarten - die
"Neue Südstadt" - vorgesehen. Die dazu einzigen fertig
gestellten Wohnbauten nahe dem Prinzregentenplatz zeigen anschaulich
den Charakter des neuen Wohnviertels.

Der KUNSTBUNKER TUMULKA ist einer der drei noch erhaltenen Hochbunker
der Wohnanlage und stellt ein signifikantes Zeugnis der nationalsozialistischen
Bautätigkeit in München dar.
In einer Videoinstallation berichten Zeitzeugen vom Leben und Überleben
im Schutzraum. Ihre Erlebnisse in den angstvollen Bombennächten
gegen Ende des 2. Weltkrieges lassen ein dunkles Kapitel Münchner
Stadtgeschichte lebendig werden.

Mit dem Münchner Bildhauer Hermann Bigelmayr wird Münchner
Architekturgeschichte im Dialog mit zeitgenössischer Kunst
visualisiert. Seine Skulpturen aus jahrhundertealten heimischen
Eichenstämmen stehen in einem ausdrucksstarken Kontrast zur
abweisenden Wehrhaftigkeit des Bunkerbaus. Die leuchtende Farbkraft
und die organischen Strukturen seiner Halmskulpturen und seiner
"Rosenblätter" durchbrechen die Geschlossenheit des
Baus, scheinen den Beton von innen zu sprengen. Hermann Bigelmayr
setzt mit der visionären Kraft der wachsenden und sich ausbreitenden
Kunstobjekte einen Kontrapunkt gegen ein militärisches Machtinstrument.
Führung durch die Ausstellung "SCHUTZ GEFUNDEN"
Während der Ausstellungsdauer wird ein Führungsprogramm
mit den Kuratorinnen angeboten:
Die Planungen der "Neuen Südstadt" sind Teil des
Gesamtkonzeptes für den Umbau Münchens zur "Hauptstadt
der Bewegung". Verschiedene Aspekte der Herrschaftstechnik
in der nationalsozialistischen Ideologie werden anhand der Wohnanlage
mit seinen Eckbunkern aufgegriffen. Themen wie das Konzept der Volksgemeinschaft
und die Vereinheitlichung des Wohnungsbaus werden dabei angesprochen.
Termine:
Sa 21.04.07, 15 h | Sa 05.05.07, 15 h | Sa 19.05.07, 15 h
So 03.06.07, 15 h zur Finissage der Ausstellung und nach Vereinbarung
(Kosten: 3,- Euro pro Person)
Sponsoren der Ausstellung:



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