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aufbrüche
FOTOGRAFIEN VON ANTON BRANDL UND
SKULPTUREN VON CHRISTIAN HINZ
ausstellungseröffnung: montag, 14. april 2008,
19 h
dauer der ausstellung: 15. april - 1. juni
2008
dialogführung: sonntag, 4. mai 2008, 15 h
finissage: sonntag, 1. juni 2008, 17 h
kuratorin: anette frankenberger
einführung: marion von schabrowsky
Anton Brandl | Fotografie
„Tethys - 48°, 49’, 53’’ N, 11°,
43’, 10’’ O“ – mit wissenschaftlicher
Präzision verortet der Münchner Fotograf Anton Brandl,
geboren 1954 in Ingolstadt, die geografische Situation seiner Bildmotive
wie beispielsweise den Marchinger Steinbruch im niederbayerischen
Altmühltal bei Neustadt an der Donau. Hier hat auch der Münchner
Künstler Christian Hinz seit 1988 sein Atelier. Die Begegnung
des Fotografen mit dem Bildhauer gab schließlich den Anstoß
für eine gemeinsame Ausstellung.
In der großformatigen Serie „Tethys“ von 17 Fotografien
(je 125 x 100 cm) hält Anton Brandl Steinbrüche im niederbayerischen
Altmühltal fest, das ca. 200 km nord-östlich entfernt
von München liegt. Das „Tethysmeer“, eine urzeitliche
Landschaft, entstanden vor Jahrmillionen von Jahren, bildet das
heutige Juragebirge. Seit der Römerzeit wird in den Steinbrüchen
entlang der Altmühl Jurakalkstein gebrochen.
Mit bestechender Tiefenschärfe modelliert Anton Brandl aus
den gewaltigen Landschaftsformationen architektonische Elemente
heraus. Ob aufgelassene oder noch tätige Steinbrüche –
die Spuren einer Kulturlandschaft sind sichtbar, wenngleich nie
Menschen auf den Bildern zu sehen sind. Mal tritt der Eingriff des
Menschen deutlich hervor, wenn gebrochene Platten fein säuberlich
in Holzkisten gestapelt sind, mal scheint die Natur wieder die Vorherrschaft
in den Brüchen zu erlangen. Gewaltige Felsendome türmen
sich in den Bildern von Anton Brandl auf, die in ihrer ungebrochenen
Monumentalität faszinieren. Die menschlichen Eingriffe scheinen
diesem gewaltigen Naturschauspiel Spuren von Struktur und Ordnung
zu geben – und können die Natur doch nicht bezwingen.

Christian Hinz | Skulptur
Mit dem Material Kalkstein realisiert auch der Münchner Künstler
Christian Hinz, geboren 1964 in Birkenfeld/Nahe, wiederholt massive
Arbeiten direkt vor Ort im Steinbruch. In München ist er u.a.
bekannt durch diverse Ausstellungen und die Außenskulpturen
vor den Europäischen Patentämtern an der Bayer- und an
der Erhardstraße. Donaukalk verwendete Hinz für Außenskulpturen
in Ismaning, Neubiberg und in dem vom ihm gestalteten Zen-Garten
auf dem Gelände der Münchner Berufsschule für Gartenbau
und Floristik.
Christian Hinz, umfassender Kenner Japans, zählt zu den profilierten
Künstlern Münchens, die sich durch ihren Beitrag zur Gegenwartskunst
erfolgreich positionieren konnten. In seinen Skulpturen transponiert
er vielfach architektonische Grundmuster: Fassadenanordnungen, Fensteröffnungen,
Reihungen. Sie erscheinen wie Fragmente zeitgenössischer Architektur.
Für sein unorthodoxes skulpturales Werk sind das Beleuchten
der Ausdrucksmöglichkeiten des Materials, das Schaffen von
Kontrasten und das Offenlegen des Gestaltungsprozesses relevant.
Viele Arbeiten bilden eine Synthese von architektonischen Bildvorstellungen
und abstrakter Konstruktion. Sie vereinen fernöstliche Konzentration
mit seriellen Elementen globalisierter Stadtlandschaften. Das Resultat
sind Skulpturen die eine eigentümliche Ambivalenz besitzen.
Der maschinengerechte Formenkanon moderner Fassadengestaltung taucht
in ihnen mit provozierender Selbstverständlichkeit wieder auf.
In der retrospektiv angelegten Ausstellung mit einem Gesamtvolumen
von über 4 Tonnen, wählte Hinz korrespondierend zu den
Fotografien von Anton Brandl 18 exemplarische Arbeiten seit 1988
aus und zeigt damit eine umfassende Werkschau seiner Skulpturen.
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