mnemosyne
FRANZ HOCHMAYR

Mnemotechnik, die als rhetorisches System versucht, sich der "Mnemosyne" zu versichern, schränkt diese insofern ein, als sie versucht, ihrer in systematisierender Absicht habhaft zu werden; interessant jedoch ist in unserem Zusammenhang der Aspekt, daß ihre Grundlage die visuelle Assoziation ist: "Bildhafte Vorstellungen von den einzuprägenden Gegenständen oder Fakten werden mit einer Reihe von Orten verbunden, die durch eine bestimmte Ordnung zusammengehören. Wollte Aby Warburg mit seinem Bilderatlas "Mnemosyne" Zeugnis ablegen für das Weiterleben der Antike, so erklärte er dazu, vergangene Ausdrucksformen von Kunst würden als gesellschaftliches Gedächtnis wichtig, wenn die der eigenen Zeit zu schwach seien. Er begriff sein Projekt als eines zwischen Buch und Museum, zwischen Schrift und Bild.

Indem Franz Hochmayr seine Ausstellung in einem ehemaligen Bunker unter dem Titel "Mnemosyne - Ein piktorales Pamphlet" präsentiert, produziert er eine Wirkung, die übliche museale Repräsentation überschreitet. Über alle sechs Stockwerke entsteht ein "prozeßhaftes "Bild, das sowohl bestimmte Bildwerke Franz Hochmayrs aus früheren Phasen umfaßt, wie es im fünften Geschoß aktuell entstandene Arbeiten des Künstlers miteinschließt. Es wird nicht nur der reale Ort in die bildliche Verräumlichung miteinbezogen; er dehnt sich über den bestehenden Platz hinaus zu einem Raum des Imaginären und Denkens.

   
 

 

 

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