flesh for your fantasy
RUDOLF HERZ

ausstellungseröffnung: 27. april 1998, 19 h
ausstellungsdauer: 28. april - 14. juni 1998

 
Rudolf Herz hat sich die besondere Qualität des Hochbunkers zueigen gemacht und für die lichtlosen Räume eine dramatische Inszenierung aus zumeist selbstleuchtenden Skulpturen entworfen. Diese bilden die Fragmente eines quasi, plastisch gewordenen Gedankengebäudes und geben sich als mentale Innenansichten eines radikalen Künstlersubjekts am Ende des 20. Jahrhunderts zu erkennen.

Neonschriften fungieren als Text, zudem als Lichtspender, vor allem kommt ihr skulpturaler Wert zum Tragen. Damit ergibt sich eine direkte Verbindung zum Oeuvre von Herz, der immer wieder die formale und materielle Präsenz von Bildsystemen und politischen Symbolen reflektiert hat, wenn er seine Arbeiten auf Phänomene des politischen Bildersturms bezog. Während seines Aufenthaltes in der Villa Massimo in Rom entdeckte Herz 1994 die großstädtische Neonwerbung als Material und verwendet sie seitdem für Demontagen und Montagen - künstlerische Transformationen, die einen hohen ästhetischen Reiz mit kunst- und zeitkritischen Fragen vereinen.

Die Ausstellung bietet einen Einblick in die künstlerische Arbeitsweise von Rudolf Herz, der sich auch als wissenschaftlicher Bilderforscher einen Namen gemacht hat. 1995 und 1996 lehrte er als Gastprofessor an der Gesamthochschule Kassel. Im letzten Jahr hatte er Einzelausstellungen im Neuen Museum Weserburg in Bremen und in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst in Berlin.

Rudolf Herz ist Preisträger des Wettbewerbs für das "Denkmal der ermordeten Juden Europas". Mit dem monumentalen Fotozyklus "Dachau - Bilder" war er 1997 in der Berliner Ausstellung "Deutschland - Bilder" vertreten.

   
 

 

 

nach oben

zurück