der beginn des dekonstruktivismus
HERIBERT C. OTTERSBACH
ausstellungseröffnung: donnerstag, 9. september 1999,
19 h
ausstellungsdauer: 10. september - 24. oktober 1999
öffnungszeiten: mittwoch - freitag 14 - 18 h, sonntag 15
- 18 h,
sowie nach vereinbarung während der open art: 10./11./12. september
1999, 14 - 18 h
Heribert C. Ottersbach, geboren 1960, beschäftigt sich mit dem
wechselseitigen Verhältnis von Kunst, Ideologie, der Wahrnehmung
von Geschichte und Theorie. Eine im Kern sicherlich i Position
ist das Fundament seiner Malerei. Die Auseinandersetzung mit den
verschiedenen Avantgarden und der Moderne sind wesentliche Eckpunkte
seiner Arbeit in den letzten Jahren.
Parallel zu seiner großen Ausstellung "Modernebilder 1995 - 1999",
die das Kunstmuseum Düsseldorf am I5. August 1999 bereits eröffnete,
zeigt der Kunstbunker Tumulka erstmals fünf großformatige Bilder
aus der Werkgruppe "Der Beginn des Dekonstruktivismus" aus den
Jahren 1998 und 1999.
Die Besonderheit der Ausstellung im Kunstbunker Tumulka besteht
darin, daß Heribert C. Ottersbach parallel zu den großen Leinwandbildern
eine Vielzahl von Materialien, Fotos, Skizzen, Ephemera etc. zeigt,
die den Prozeß der Werkgenese anschaulich werden lassen.
"Das Bildmaterial kommt nicht nur aus Archiven, sondern es wird
von mir zum Teil ganz bewußt produziert als scheinbares Archivmaterial
und taucht später in den Gemälden als uneigentliches Motiv ...
wieder auf ... . Der Prozeß der Bildfindung ... hat sich sehr
gewandelt und weiterentwickelt. Es handelt sich um "recycled images"
oft im doppelten Sinne, einmal was das Motiv anbelangt und einmal,
was die Malerei selbst anbelangt. Es geht ' um das Arbeiten mit
gefundenen Bildern, um einen Blick auf die Welt, auf Realität,
auf Geschichte durch das Archiv, durch das bereits vorhandene
Bild, sei es selbst fotografiert, gezeichnet oder irgendwo gefunden.
Nie zuvor war es Menschen möglich, sich so der Archive zu bedienen
wie heute. Wir sind umzingelt von Archiven, Dateien, Akten etc.,
von denen kaum noch jemand weiß, was man damit anfangen soll.
Der Wissenschaft, den Dokumentaristen sind ... Kriterien und
Personal abhanden gekommen, um mit riesigen nicht mehr zu benennenden
und zu klassifizierenden Archiven umzugehen ... . Das ist nicht
mehr das kollektive Wissen, sondern es ist ... vielmehr das große
kollektive Ungewußte und auch Unbewußte ... . Diese Unzahl von
Archiven, Dateien, Bildern etc., zudem noch frei zugänglich, ermöglichen
einen geradezu "revisionären" Blick auf die Dinge. ... , ich mache
also meinen Blick darauf, meinen Umgang damit, zum Gegenstand
meiner eben künstlerischen und nicht wissenschaftlichen Arbeit.
Es kann nicht mehr darum gehen, dem Ausgangsmaterial gerecht zu
werden ... "
(aus: " Des Künstlers Blick auf die Moderne, Eckhart Gillen
im Gespräch mit Heribert C. Ottersbach", in: "Heribert C. Ottersbach
- Modernebilder 1995 - 1999, hrsg. von Bettina Baumgärtel, Katalog
zur Ausstellung Kunstmuseum Düsseldorf DuMont Verlag, Köln 1999
( 148 S., DM 39.-)
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Archiv für Kunst und
Geschichte (AKG), Berlin und der Galerie Mattias Kampl, München