videos 1970 - 1998
PAUL MCCARTHY UND MIKE KELLEY


Paul McCarthy, geboren 1945 in Salt Lake City /USA, wurde seit den späten 60er Jahren durch seine Live-Performances bekannt und gilt mit Chris Burden als ihr Hauptvertreter in der Kalifornischen Kunstszene. Indem er die Performance dann auf Video aufnahm, erhöhte er die Distanz zum Betrachter. Über dies schuf er ein skulpturales Element, wenn er die Videos in der Kulisse vorführte, in der er sie inszeniert hatte. Die Videos handeln von rohen und gewalttätigen Situationen. Paul McCarthy parodiert Autoritätspersonen, feste Familienbeziehungen und starre Begriffe von Sexualität. Mit Materialien wie Mayonaise und Ketchup ironisiert er die "amerikanischen Werte".

Er selbst benannte diese Bestandteile in den 70er Jahren als "Flux" und charakterisierte mit dieser Bezeichnung auch sein künstlerisches Vorgehen. Diese "Flux"-Matreialien stellen nicht allein Lebensmittel, sondern auch Körperflüssigkeiten dar. Die Assoziation von Ketchup und Blut weckt dabei vor allem Horrorvorstellungen. Ebenfalls dienen diese Materialien als Farben zum Malen und spielen damit auf den Künstler an.

       

In den 80er Jahren ergänzte Paul McCarthy seine Live- und Videoperformances durch kinetische Figuren. Es ist deutlich, dass er mit diesen automatisierten Figuren auch ein Substitut für sich selbst geschaffen hat. Durch ihre Mechanik bleibt ihr performativer Charakter gewahrt. Hatte erbereits in der Videoaufzeichnung seiner Liveperformances die Unmittelbarkeit der Vorstellung abgeschwächt, so erreicht er diese Distanzierung nun durch den Einsatz einer kinetischen Figur, deren Bühnenset immer mehr an Gewicht zunimmt und die "Flux"-Materialien ersetzt.

Die Ausdrucksmittel, mit denen Paul McCarthy sein Publikum oft schockiert, bleiben aber relativ harmlos im Vergleich mit einer Medienwirklichkeit, die uns soeben den mächtigsten Mann der Welt gleichsam mit heruntergelassenen Hosen vorgeführt hat, und bei der Dinge wie die Vermarktung von Prinzessin Dianas Todesbildern schon zum Alltagsgeschäft gehören.

   
 

 

 

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