
DER HOCHBUNKER
DER 1993 VON WOLFGANG TUMULKA aus
privatem Engagement für die Förderung der Kunst gegründete
KUNSTBUNKER TUMULKA nimmt eine Sonderrolle in der städtischen
Kulturszene Münchens ein. Die Ausstellungsinstitution sieht
seine Aufgabe darin, zeitgenössischer Kunst eine ungewöhnliche
Plattform zu bieten. In einem experimentellen Raum, dem ehemaligen
Hochbunker, werden den Besuchern neue künstlerische Positionen
präsentiert. Es sind vielversprechende junge Talente, ebenso
wie renommierte Namen der internationalen Kunstszene, die sich mit
dem trutzigen Bau und seinen hermetisch abgeschlossenen fensterlosen
Räumen künstlerisch auseinandersetzen.
UNABHÄNGIG VON BÜROKRATISCHEN ZWÄNGEN
realisiert der KUNSTBUNKER TUMULKA als privat getragene Institution
jährlich viermal Ausstellungen. Begleitet von Künstlerführungen
und Vorträgen entsteht ein enger Dialog zwischen Künstlern
und Publikum. Neben bekannten Künstlern der Gegenwartskunst
werden in der Zusammenarbeit mit Kunstakademien und Hochschulen
auch junge Künstler ermutigt, mit ihren Arbeiten erstmals an
eine größere Öffentlichkeit zu treten.

DURCH DIE KONSEQUENTE FORTFÜHRUNG
seines kuratorischen Konzeptes gelingt es dem KUNSTBUNKER TUMULKA
eine außergewöhnliche Schnittstelle zwischen dem ausstellenden
Raum, der präsentierten Kunst und der interessierten Öffentlichkeit
zu bilden.
DER AUSSTELLUNGSRAUM
fügt sich als wehrturmartiger Bau in die heutige Stadtlandschaft
ein. In den labyrinthischen sieben Stockwerken verliert sich zunehmend
der Kontakt zum umgebenden Stadtraum. Geräusche des modernen
Stadtlebens werden nicht mehr wahrgenommen. Der KUNSTBUNKER TUMULKA
ist ganz Innenraum, die Konzentration auf die Kunst dicht und unmittelbar.
Der Kontext, in dem der KUNSTBUNKER TUMULKA entstand, ist vielfach
unbekannt:

AB 1939 setzten umfangreiche Planungen
für einen Umbau Münchens zur >>>
„Hauptstadt der
Bewegung“ ein. Der von Adolf Hitler beauftragte Generalbaurat
entwickelte unter anderem ein städtebauliches Konzept für
den Südosten Münchens: die zwischen Ostbahnhof und heutigem
Fasangarten geplante „Neue Südstadt“.
EINEN EINDRUCK VOM CHARAKTER der geplanten
Wohnbebauung für die >>>
„Neue Südstadt“ sollten die „Versuchsbauten“
vermitteln, die 1942 nahe dem Prinzregentenplatz errichtet wurden.
Sie entsprechen bereits dem streng typisierten Programm für
den „Wohnungsbau nach dem Krieg“. Mit den Musterhäusern
wurde erstmals auch die enge Verbindung zwischen Wohnraum und Schutzraum
erprobt. Die Gebäudeecken der Wohnanlage wurden von Hochbunkern
markiert, die direkt aus den angrenzenden Gebäuden betreten
werden konnten.
DER KUNSTBUNKER TUMULKA ist einer
der drei noch erhaltenen Hochbunker an der Prinzregentenstraße
und stellt ein signifikantes Zeugnis der nationalsozialistischen
Bautätigkeit in München dar. Er gehört zur einzigen
fertiggestellten Wohnanlage für den beabsichtigten groß
angelegten Ausbau Münchens durch die Nationalsozialisten.
>>> Bildmaterial
zum Hochbunker

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